Krampfadern

Unter Krampfadern (=Varizen) verstehen wir Erweiterungen der Hauptvenen, die sich häufig auch durch unschöne Verfärbung und ihren geschlängelten oder knotigen Verlauf auszeichnen. Aus praktischen Gründen erfolgt eine Einteilung in:

  1. Größere Stamm- und Seitenastvarizen mit Verbindungen zum tiefen Leitvenensystem.
  2. Retikuläre (= netzige) Krampfadern und Besenreiser. Beide Gruppen erfordern nämlich ein völlig unterschiedliches Vorgehen.

Stammkrampfadern

Stammkrampfadern der Vena saphena magna und parva (= größere und kleinere Rosenvene) und der größeren Seitenäste und Perforranten (= Verbindungen zu den tiefen Venen) soll primär einer operativen Behandlung zugeführt werden. Auch ausgedehnte Befunde und Zustand nach früherer Krampfaderoperation stellen kein Hindernis dar. Bei geringer und mittlerer Ausdehnung ist die Operation häufig in örtlicher Betäubung möglich. Bei größeren Eingriffen wird Sie unsere Anästhesistin , Frau Dr. Baldy, vor dem Eingriff gründlich über das geeignete Narkoseverfahren aufklären. Nur in Ausnahmefällen ist es noch erforderlich, die nicht selten unangenehme Phlebographie (=Kontrastmitteldarstellung) der Venen präoperativ durchzuführen.

Subtile, nicht eingreifende Untersuchungsmethoden können sie fast immer ersetzen (Lichtreflexionsrheographie, Ultraschalldopplersonographie, Duplexsonographie).

Die sich rasch entwickelnde Verbesserung des Operationsinstrumentariums sowie der Einsatz moderner chirurgischer Laser versetzen den Arzt in die Lage, auch große Krampfadern schonend, von ca. 0,3 bis 0,4 cm großen Einstichen aus, mikrochirurgisch zu beseitigen. Diese verheilen im Laufe eines Jahres bei konsequenter Nachsorge praktisch narbenfrei. Lediglich in der Leistenbeuge ist relativ häufig noch ein ca. 3 bis 4 cm langer Schnitt notwendig. Auch dieser hinter lässt, da er sich an einer mechanisch wenig durch Dehnung beanspruchten Stelle befindet, kaum sichtbare Narben.

Nachsorge: Je nach Ausdehnung wird schon im Rahmen der Operationsvorbereitung festgelegt, ob der Eingriff ambulant oder stationär durchzuführen ist. Klinikaufenthalte, die 2 Tage übersteigen, sind ausgesprochen selten. Am Tage nach der Operation bzw. Entlassung werden eine postoperative Kontrolle und eine genaue Aufklärung über das weitere Verhalten und die Nachsorge durchgeführt. Am 3. postoperativen Tag erfolgt eine Neufixierung der Wund- und Kompressionsverbände, nach 8 Tagen der erste größere Verbandswechsel sowie Entfernung von Fäden. Für diese postoperative Phase ist Dr. Taucher auch über Funk ständig für Sie erreichbar. Weitere Kontrollen finden dann im 8tägigen Rhythmus statt. Die Nachbehandlung erstreckt sich insgesamt über einen Zeitraum von 3-4 Wochen. Arbeitsunfähigkeit besteht lediglich bei größeren Eingriffen und ist spätestens nach 3 Wochen nicht mehr gegeben. Sportliche Betätigung ist dann etwa ab der 4. Woche in vollem Umfang wieder gewährleistet.

Retikuläre Varizen und Besenreiser

Sie sind die klassische Domäne der Sklerosierungsverfahren (= Verödung) mit Medikamenten und Laser-Technologie. Gedanklicher Ansatz für die Therapie ist hier natürlich vorwiegend der kosmetische Aspekt, wobei jedoch nicht zu übersehen werden darf, dass die Besenreiservaricosis sehr häufig, wie die Spitze eines Eisbergs, Hinweis auf Störungen weiterer Abschnitte des Beinvenensystems sein kann. Die Münchener Klinik für Beinleiden hat hier in den vergangenen Jahren ein spezielles Lasergestütztes Therapiekonzept entwickelt, welches in den meisten Fällen möglich macht, diese störenden Blutgefäße zu beseitigen.

Nachsorge: Um ein gutes Ergebnis sicherzustellen und andererseits unangenehme Nebenerscheinungen wie Pigmentierung und kleine Hautdefekte zu vermeiden, muss auch nach einer solchen Behandlung für ca. 12-14 Tage eine Kompressionstherapie durchgeführt werden, die mit Verbandswechseln in mehrtägigem Abstand verbunden ist. Der täglichen Arbeit kann dabei ungehindert nachgegangen werden, auch leichterer Sport und Gymnastik sind unproblematisch möglich.                    

Stripping der V. saphena magna (große Rosenvene).
Der kombinierte Einsatz der konventionellen Verödung und der Laser-Technik kann die meisten Besenreiser beseitigen.

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